Mein Weg zu den Zielen

Immer wieder plädiere ich in meinen Posts und Texten dafür, sich Ziele zu setzen. Doch vielleicht fragst du dich, weshalb das so wichtig sein soll.

Ziele, das sind die Oasen, wenn wir uns in der inneren Wüste befinden. Doch was genau meine ich damit?

Vielleicht steckst du gerade in einer Krise (oder erinnerst dich daran, als du mal in einer warst). Deine irgendwann aufgestellten Ziele scheinen in dem Moment unendlich weit weggerückt zu sein, vieles ist über den Haufen geworfen, was du dir so vom Leben vorgestellt hast und du fragst dich "Wofür mache ich das Ganze überhaupt?" Sehr oft denken wir, dass bei allen anderen es so glatt zu laufen scheint, nur bei uns eben nicht und es kann sein, dass wir darüber den Mut verlieren und unsere Träume und Ziele zu den Akten legen. Und dann komme ich und sage "Hol sie wieder heraus." - "Na, die hat ja gut reden."

Ja, habe ich. Weil ich es selbst nur zu gut kennengelernt habe. Ich habe gelernt, dass es die Ziele, Träume und Visionen sind, die uns weitermachen lassen, auch wenn es um uns herum chaotisch und düster ist. Ich selbst bin immer wieder in der Wüste angekommen. Angefangen mit Panikattacken mit Mitte 20. Als ich kurz davor war, das Haus nicht mehr verlassen zu wollen, war das mein größtes Warnsignal, denn so ein Leben wollte ich nicht führen. Ich wollte mich nicht länger von den Ängsten bestimmen lassen. Es folgten viele Kämpfe, Tränen, Therapiestunden bis ich dann zu dem Wochenende kam, an dem ich auf einem Workshop mein erstes Soulvisionboard gebaut habe. In einem Seminarraum am schönen Bodensee (schon die Reise dahin war für mich eine Herausforderung) kam ich das erste Mal seit langem wieder bei mir an, habe den Kontakt zu mir selbst gefunden, zu dem, was ICH wirklich will. Was ich will, nicht, was die Gesellschaft diktiert, nicht die vermeintlichen Erwartungen von anderen erfüllen zu wollen. Nach dem Wochenende war mir klar, ich will mehr davon. So kam ich dann zu der Ausbildung in Neurolinguistischen Programmieren, habe mehr und mehr verstanden, wie unser Gehirn funktioniert, wie alte Erfahrungen uns prägen und wie wir uns davon lösen können. Innerhalb von drei Jahren habe ich die Practitioner- und Masterausbildung absolviert und dabei einiges über buddhistische Psychologie, Achtsamkeit, Meditation und vor allem über Visionen und Ziele gelernt. Seitdem lese ich alles Mögliche, was es über ganzheitliche Gesundheit zu finden gibt, lerne über Massageausbildungen und andere Seminare sowie Workshops in verschiedensten Bereichen mehr und mehr über Körper, Geist und Seele.

Es gab weiterhin viele Auf und Abs in meinem Leben mit Erschöpfungsdepression, Identitätskrisen, Trennungen, unerwartete Herausforderungen. Gerade die letzten fünf Jahre waren sehr bewegt und bewegend und sind es immer noch. Ich bin sehr dankbar dafür, gelernt zu haben, all das immer bewusster wahrzunehmen, ohne es mit irgendwelchen Mitteln zu betäuben und wegzuschieben. Glaubt mir, es ist nicht immer ein fröhlicher Sonntagsspaziergang. Es gibt immer wieder Kämpfe, Tränen, viele Aufarbeitungen und ich bin auch immer noch weiter dabei, meinen Weg mit Reizmagen, Reizdarm und 2-wöchigen zyklisch bedingten Schmerzen zu finden, zu lernen, damit umzugehen und es zu verändern.

Wahrscheinlich begleiten uns alle die verschiedensten Wellenbewegungen ein Leben lang. Gerade jetzt die Corona-Zeit setzt bei uns allen noch die Haube obendrauf. Und gerade daher ist es wichtig, sich innerlich zu wappnen und zu stärken. Zu wissen, wofür man das alles auf sich nimmt. Eben die Ziele als Oasen in der Wüste zu pflanzen.

Dabei erkenne ich mein Ziel immer mehr, nämlich auf dem Weg so viel Wissen wie möglich zu sammeln, um mir und anderen damit weiterzuhelfen. Mein Ziel ist es, wieder mehr zu unserer Natur zurück zu kommen. Damit meine ich zum einen, zurück zu unserer Umwelt und zum anderen vor allem, zurück zu uns selbst. Weniger das Leben von den Medien und dem Außen bestimmen zu lassen, sondern unserem Inneren zu folgen. Wie schön wäre es, wenn jeder mehr seinen Talenten und Gaben folgen und Ausdruck verleihen könnte und würde, als sich hautpsächlich mit seinen Schwächen herumzuschlagen und sie kompensieren zu wollen? Ich denke, da entsteht der größte Unmut heraus, der Neid, der Vergleich. Ich bin davon überzeugt, dass jeder dafür gemacht ist, etwas in der Welt zu bewegen, in eine positive Richtung zu bringen, mit dem Guten, dass in ihm steckt. Wenn wir alle uns mehr erlauben würden, das zu leben, könnte es auf unserer Welt um vieles friedlicher und gesünder zugehen. Denn ich bin auch überzeugt, dass einiges an Streit und Krankheit daher rührt, dass wir gegen uns arbeiten, uns von außen bestimmen lassen und uns Gedanken darüber machen, was die anderen sagen könnten oder uns selbst sagen "Das geht doch nicht." Doch ich glaube, es geht viel mehr, als wir oft denken. Und alles beginnt mit der Vision, mit dem Ziel, denn das ist das, was uns überhaupt in eine Richtung bringt.

Um zu unserer inneren Harmonie zu finden, um unsere innere Stimme überhaupt hören zu können, bedarf es vor allem Ruhe und die Bereitschaft, sich selbst kennenlernen zu wollen. Meditation, Yoga, Qigong, moderater Sport und Bewegung, vor allem in der Natur, sowie bewusster Atem sind alles Dinge, die uns in Verbindung mit uns selbst bringen. Sich selbst, seinem Körper Gutes zu tun mit guter, gesunder Ernährung und Erholungsphasen gehört genauso dazu, wie die Menschen und Gespräche mit denen wir uns umgeben. Wollen wir weiter jammern oder uns gegenseitig inspirieren? Wollen wir alles einfach so hinnehmen oder wollen wir es auch mal kritisch beäugen? Wollen wir uns bekriegen oder friedvoll miteinander umgehen, auch wenn die Ansichten vielleicht unterschiedlich sind? Wollen wir in ewigen Kompromissen leben oder kraftvolle Synthesen finden? Wollen wir nörglerisch im Alten hängen bleiben oder wollen wir in Freude innovativ vorangehen? Wollen wir die Welt weiter zerstören oder wollen wir Sorge dafür tragen, dass sie uns so lange wie möglich erhalten bleibt? In welcher Welt möchten wir leben und unsere Kinder aufwachsen sehen?

Wir können nur klar in eine Richtung gehen, wenn wir das Ziel vor Augen haben. Ich habe immer die stärksten Ängste und die größten Zweifel, wenn mein inneres Bild verschwommen ist. Dann setze ich mich hin, formuliere und visualisiere es solange, bis es wieder klar wird. Am besten helfen mir tatsächlich die Visionboards, denn dort ist es dann auch in der realen Welt manifestiert und die Bilder erinnern mich immer wieder daran, wohin die Reise geht. Zumindest mich bringt die Arbeit mit den Zielen immer wieder in meine Kraft und Ausrichtung.

Wofür bist du auf dieser Welt? Was ist es, das dich am meisten motiviert? Nimm jeden Morgen einen imaginären Schluck davon und dann - go for it.

 

Herzlichst, Deine Martina

Die Maus und der Käse

"Hey, kleine Maus, wieso verkriechst du dich so traurig in deinem Loch?"

"Ach, weiße Maus, ich bin frustriert. Guck mal, da oben auf dem Küchenschrank liegt sooo leckerer Käse."

"Und wieso frustriert dich das? Hast du schon so viel gegessen, dass du jetzt satt bist und dich ärgerst, dass dafür kein Platz mehr in deinem Bauch ist?"

"Ach was, im Gegenteil, ich habe einen Bärenhunger, hörst du nicht, wie mein Magen knurrt?"

"Ja, aber, wo ist denn dann das Problem? Da liegt Käse und du hast Hunger. Also!?"

"Da oben auf den Schrank, da komme ich ja nie hin. Ich bin doch keine Springmaus."

"Wieso müsstest du denn eine Springmaus sein, nur, um da oben auf den Schrank zu kommen?"

"Na, weil das sooo weit oben ist und von hier unten komme ich einfach nicht dran. Meine Pfote reicht ja gerade mal bis zur Fußleiste."

"Du bist mir ja lustig. Hast du nicht gesehen, wieviel Wege es zu dem Käse gibt?"

"Wege? Ich sehe keine Wege. Und wenn, sind sie bestimmt viel zu lang. Das schaffe ich doch nie, dafür bin ich viel zu klein und schwach."

"Also, wenn du so an die Sache rangehst, wundert es mich nicht, dass du so schmächtig bist und dein Magen ständig knurrt. Wenn kein Weg da ist, dann bau dir halt einen. Wenn da Käse liegt, dann muss man da auch dran kommen. Komm, lauf mir mal nach."

"Ich weiß nicht, ist das nicht ein bisschen gefährlich? Wenn uns die Menschen sehen? Oder stell dir vor, der Kater ist hinter uns her!"

"Die sind doch alle gar nicht da. Du musst immer nur etwas achtsam und aufmerksam bleiben, was um dich herum los ist, dann passiert dir schon nichts, so schnell wie du bist."

"Ok, ich versuche es mal, hoffentlich hast du recht."

"Du kannst dich auf mich verlassen, ich mach das ja nicht zum ersten Mal. Als erstes nehmen wir dieses Stück Pappe und eine der vielen Klopapierrollen, die hier neben liegen und bauen uns daraus eine Rampe. So kommen wir zum Stuhlbein hin und können von dort auf den Sitz klettern. Schaffst du das?"

"Ja, ich bin schon hinter dir. Oh, was ist denn das? Mmh, lecker, ein Brotkrümel."

"Ohja, lass mich auch mal probieren. Das schmeckt wirklich fein. Und jetzt, lass uns weitergehen. Von hier weiter, uff, auf die Lehne hoch."

"Ach, das war ja kinderleicht. Und uih, was liegt denn hier schon wieder? Ach wie gut, das ist ein wenig von dem Käsekuchen, den Frau Hensel zum Kaffee gegessen hatte. Welch ein Schmaus."

"Mmh, Käsekuchen hatte ich auch schon lange nicht mehr. Jetzt aber weiter. Von der Lehne ist es nicht mehr weit bis zum Stuhlrücken, von hier nur ein kleiner Satz und wir sind auf dem Tisch. Schaffst du das?"

"Na klar, das ist ja wirklich kein Hexenw...oh, schau nur, ein kleines Stückchen Wurst vom Abendbrot, magst du auch davon?"

"Sehr gerne, das lasse ich mir nicht entgehen. - Und jetzt, weiter zum Käse. Vom Tisch geht es weiter auf den Schubladengriff und von dort kannst du dich an der Arbeitsplatte hochziehen und siehe da, schon sind wir auf dem Schrank. Mmh, was für ein leckerer Käse, der ist ja köstlich. Du musst unbedingt davon probieren. Hee, alles klar bei dir? Wo bist du denn?"

"Schmatz, schmatz, hast du denn nicht den Cracker gesehen, der hier vorne auf dem Schrank liegt? Der ist ja vorzüglich und er knuspert so schön. Aber mach mal langsam und lass mir auch noch was vom Käse übrig."

"Cracker? Was du hier alles für Köstlichkeiten auf dem Weg entdeckst. Da liegen aber auch interessante Sachen rum. Wirklich köstlich. Und jetzt lassen wir uns den cremigen Käse schmecken. Den haben wir uns auch verdient, nach unserem Marsch. Aber hast du überhaupt noch Hunger, bei all dem, was du auf dem Weg schon verspeist hast?"

"Logisch hab ich noch Hunger, meinst du, ich lass mir den Käse entgehen?"

"Siehst du, und du dachtest, dass du es nicht schaffen würdest bis hier hoch. Es braucht nicht immer den großen Sprung. In vielen kleinen Schritten kommst du auch zum Ziel, und auf jeden Fall besser als ängstlich und frustriert zu verkümmern."

"Da hast du Recht. Loslaufen ist wohl immer besser, als den Kopf im Loch stecken zu lassen. Und wenn man dann noch nach rechts und links schaut, entdeckt man noch viele andere wunderbare Dinge. Wir hätten sonst einiges verpasst."

"Ja, das habe ich von dir gelernt. Ich danke dir."

"Und ich danke dir, dass du mich mit auf diese Reise genommen hast. Mit dir als Weggefährten war die Reise auch gar nicht so lang."

"Und es hat gleich doppelt so viel Spaß gemacht. Siehst du unsere Knopfaugen, wie sie strahlen?"

"Absolut. Aber jetzt lass mich auch mal an den Käse ran."

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Tue Deinem Körper Gutes, damit Deine Seele Lust hat, darin zu wohnen

Den Spruch kennen wahrscheinlich mittlerweile die meisten von uns. Doch die Frage ist, wie sehr leben wir wirklich danach? Wenn wir mal genau hinschauen, ist es nicht erstaunlich, wie selbstverständlich wir oft unseren Körper einfach hinnehmen? Er hat da zu sein, gesund zu sein, zu funktionieren, und dabei scheint es egal zu sein, was wir ihm so alles zumuten. Ich denke, da gibt es bei den meisten von uns so einiges. Wir nehmen Fertigprodukte, Fast Food, Süßigkeiten, Kaffee, eventuell Alkohol, Nikotin zu uns, und noch so Manches mehr. Wir fressen Sorgen in uns hinein, haben Stress, und das nicht so knapp, ackern von früh bis spät auf den verschiedensten Gebieten, tragen alten Schmerz mit uns herum und lassen ihn nicht los. Überhaupt meinen wir oft für unsere innere Körper- und Seelenhygiene keine Zeit zu haben. "Das kann ich mir nicht leisten.", sei es zeitlich oder finanziell gesehen. Doch was ist, wenn wir immer so weiter machen? Kommt uns das nicht im Gesamten viel teurer? "Man wird ja wohl noch ein bisschen Spaß haben dürfen." Klar, doch weshalb sollte das "Auf-sich-achten" eigentlich keinen Spaß machen?

Was wäre, wenn wir so viel Mühe in uns stecken würden, wie wir es zum Beispiel nur allein mit unseren vier Wänden machen, oder unseren Autos? Wir investieren Zeit und Geld, damit unser äußerer Wohnraum nahezu perfekt ist. Da wird renoviert, neue Möbel gekauft, geputzt, gewienert. Das Auto wird von innen und außen auf Hochglanz poliert, bekommt neue Reifen, wenn die anderen heruntergefahren sind. Doch unser Körper? Naja, da gehen wir halt nochmal neue, schöne Klamotten kaufen, ein bisschen Schmuck, vielleicht ein neues Parfüm, damit wir gut zu riechen sind. Und wenn es gelingt, machen wir noch ein bisschen Sport, was schon mal ein guter Ansatz ist. Doch auch da kann es schon wieder passieren, dass wir in die Wettkampffalle stolpern, und unseren Körper zu mehr Leistung striezen, als eigentlich gut wäre. Aber, wir wollen doch Vorwärtskommen. Und wenn es irgendwo zwickt, da gibt es dann bestimmt irgendeine Pille oder Spritze, die uns zusammenhält.

Es geht gar nicht darum, dass alles zu verteufeln, man muss sich nicht alles verkneifen und es gibt Medikamente, die wir brauchen und es sehr ratsam ist, sie zu nehmen. Doch, wie bewusst sind wir im Umgang damit? Wie bei allem liegt auch hier das Gift in der Dosierung. Leider geht das Maß und das Augenmerk dabei oft verloren. Was brauchen unser Körper, unser Geist und unsere Seele wirklich? Und da kann vieles dazu zählen, durchaus auch schöne Dinge im Außen. Ästhetik tut unseren Sinnen gut, sorgt für Harmonie und wir können uns daran erfreuen. Und gleichzeitig ist es so wertvoll, seinem Körper ebenso mit Harmonie zu versorgen. Gesunde Ernährung, ausgewogener, ausgleichender Sport, Aufarbeiten alter Geschichten, gute Gedanken, liebevolle Berührungen, um nur ein paar Dinge zu nennen. Ganz nach dem Motto "Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird." Was ist erstrebenswerter? 90 Jahre alt zu werden und die letzten 20 Jahre davon nur in seinen vier Wänden verbringen zu können, oder bis zum letzten Atemzug voll und ganz zu leben? Es gibt Umstände, die dazu führen, dass unser Körper lahm gestellt wird und wir nichts dazu können. Doch es gibt auch so viel, womit wir selbst uns unterstützen können, in Gesundheit zu altern.

Ich hatte das Glück, einige wunderbare Vorbilder erleben zu dürfen, die fit und rüstig bis ins hohe Alter waren. Bestimmt haben da auch gute Gene mitgespielt, doch garantiert auch die Lebensweise und Lebenseinstellung. Erst recht, wenn man überlegt, dass diese Menschen mindestens einen Krieg miterlebt haben.

Diese Menschen sind es, die mich daran glauben lassen, dass es möglich ist, seine Gesundheit zu fördern und in Gesundheit zu altern. Was ich bei ihnen vor allem beobachtet habe, ist eine gesunde, natürliche Lebensweise, eine gewisse Neugier auf das Leben, Interesse, Wissensdurst und innere Begeisterung. Genau das war es, was ich bei ihnen auch mit 90 Jahren in ihren Augen habe funkeln sehen. Doch damit können wir nicht erst anfangen, wenn wir in Rente sind. Wenn jemand in diesem hohen Alter noch Klimmzüge machen kann, dann hat er damit sehr wahrscheinlich nicht erst mit 80 Jahren angefangen.

Ich selbst bin diesbezüglich auch Lernende, beschäftige mich seit über 10 Jahren damit und fühle mich immer noch fast am Anfang, weil es einfach so viel Wissenswertes gibt und auch jeder für sich seinen Weg finden darf. So bin ich meiner Hausärztin sehr dankbar, wenn ich mich an ihre Worte erinnere. Ich kam irgendwann zu ihr, weil mich damals 7 Wochen lang Kopfschmerzen plagten. Jeden Tag, nachdem ich zwei Stunden wach war, ging es los. Ich konnte die Uhr danach stellen und wäre aus diesem Grund am liebsten gar nicht aus dem Bett aufgestanden. Die Diagnose "Erschöpfungsdepression".

"Frau Bauer, ich kann ihnen da jetzt nichts verschreiben. Sie müssen lernen, mit den Schmerzen umzugehen." Mit den Schmerzen umgehen, das bedeutete nicht, ich müsste lernen, mit den Schmerzen zu leben, sondern es hieß, zu lernen, selbst etwas gegen die Schmerzen, die von Verspannungen herrührten, zu unternehmen. "Nehmen Sie sich jeden Tag 15 Minuten Zeit für sich und machen Yoga, im Internet finden sie gute Anleitungen. Und können Sie schwimmen? Dann gehen Sie schwimmen." - "Schwimmen? Da muss ich wegen dem Nacken aber Kraulen, oder?" -"Sie können auch Brustschwimmen, wichtig ist die "Kopf-raus-aus-dem-Wasser-rein-ins-Wasser"-Bewegung. Und Frau Bauer, Sie müssen nicht schnell sein und es muss auch nicht gut aussehen." Und damit hatte sie absolut Recht. Wen interessiert es schon? Und siehe da, "in Langsam" habe ich sogar feststellen können, dass ich im Sport in der Schule doch wohl ganz gut aufgepasst habe und die Bahn kraulend zurücklegen kann, ohne japsend in der Mitte unterzugehen.

Und wie gesagt, ich selbst bin auch immer noch dabei, meinen Weg zu finden und es kommt auch immer wieder vor, dass ich mich von allem überrollt fühle. Doch dann habe ich wieder diese Stimme im Ohr "Sie müssen lernen, damit umzugehen." Wir selbst sind für uns verantwortlich und dürfen gleichzeitig Hilfe zu Rate ziehen, wenn wir selbst nicht weiterkommen. Sei es in Form von Büchern, Kursen, Coaches, Therapeuten. Wir können schließlich nicht alles wissen, und gerade bei einem selbst ist man manchmal auf dem Auge blind.

Oft stresst mich auch meine feinfühlige Wahrnehmung, die mich sehr direkt auf vermeintliche Schwachstellen meines Körpers hinweist. Doch durch den, bei Nervosität sensiblen Reizmagen und Reizdarm, beschäftige ich mich viel mehr mit gesunder Ernährung, als ich es vielleicht sonst tun würde. Und ich lerne immer mehr dazu, sogar das Zubereiten der Speisen, so dass es auch lecker schmeckt. Durch meine verspannte Muskulatur am ganzen Körper, habe ich einen Zugang zu Yoga und Qigong bekommen, sowie Bewegung und Achtsamkeit in der Natur. Dies tut auch wiederum dem Geist sehr gut, der sich ebenso durch Meditation gerne aus seinem Gedankenkarusell herausführen lässt, was wiederum die Seele zum Leuchten bringt. Und wie ich es bei meinen "alten" Vorbildern gesehen habe, Schönheit kommt tatsächlich von Innen, denn dann strahlen wir auch im Außen.

Und so bin ich weiter auf dem Weg, Gutes für Körper, Geist und Seele zu finden und in das Leben zu integrieren. Denn ich sehe mich schon, wie ich mit 90 und meinem weißen Dutt voller Elan und glitzernden Augen aus meinem Schaukelstuhl springe und voller Neugier und Freude die jungen Menschen begrüße, die mich besuchen kommen.

Und welches Bild hast du von dir?

 

In diesem Sinne "Amituofo" und "Namasté".

Krise ist Chance in Spiegelschrift - und weshalb baden hilft

Krisen wünscht sich wohl keiner so richtig in seinem Leben. Meistens stresst es uns, wenn wir uns in einer Krise befinden, wirft sie doch alles irgendwie durcheinander. Manchmal wissen wir nicht, wie wir die Situation bewältigen oder gar lösen sollen. Selbst wenn vorher vielleicht nicht alles optimal war, wünschen wir uns doch oft wieder in den Ausgangszustand zurück, finden alles was war, besser als jetzt, trotz allem. Doch in Krisen steckt auch oft eine große Chance. Die Chance für Veränderung, die wir anders vielleicht nie wahrgenommen hätten. Die Chance, zu wachsen, sich weiterzuentwickeln, aus dem Schlaf zu erwachen. Endlich aufzuwachen, um zu erkennen, dass es vielleicht noch andere, vielleicht sogar bessere Wege gibt.

Oft fällt es schwer, in einer Krise den Blickwinkel dahin gehend zu wechseln. Oft tun wir uns, verständlicherweise, erstmal mit der Situation schwer. Da werden wir störrisch, bockig, würden gerne mit dem Kopf durch die Wand oder unter die Bettdecke, fühlen uns manchmal auch verzweifelt. Doch rückblickend hat sich immer wieder gezeigt, dass gerade diese Zeiten uns haben wachsen lassen. Auch mich selbst haben sie zu Dingen und Situationen geführt, die ich sonst nie erlebt hätte. Und das meine ich durchaus positiv. Ja, es war immer irgendwie mit Anstrengung verbunden, oft war es kurz- oder längerfristig schmerzhaft und ich musste lernen, dabei auch Hilfe in verschiedenster Weise annehmen zu können. Doch ich wäre heute nicht die, die ich bin und ich würde so viele wundervolle Dinge gar nicht so zu schätzen wissen. Zum Beispiel, wie wunderbar es ist, sich geliebt und verstanden zu fühlen, wie dankbar ich für die vielen wertvollen Menschen bin, die mich umgeben. Wie sehr ich es zu schätzen weiß, eine Arbeitsstelle zu haben, auf der ich mich wohlfühle mit liebenswerten Kollegen und Kunden. Wie dankbar ich bin, dass ich in so friedvollen Beziehungen mit den Menschen um mich herum sein kann. Voller Dankbarkeit meinem Sohn beim Wachsen und Sich-Entwickeln an der Seite stehen zu können. So dankbar für jedes Zeichen der Gesundheit zu sein.

Es gäbe noch vieles aufzuzählen und so geht es wahrscheinlich jedem einzelnen von uns, wenn wir den Fokus darauf legen. Gleichzeitig fällt genau das in der Zeit der Krise so schwer, die positive Bewertung in unser Leben zu lassen. Doch nur, wenn wir den Gedanken an die positiven Aspekte denken, können wir aus dem Tunnelblick des momentanen Leidens heraustreten.

Zuallererst ist es jedoch von Bedeutung, alles anzunehmen, was ist. Die Situation klar zu analysieren und vor allem, sich selbst genauso anzunehmen, wie man eben gerade ist, voller Empathie mit sich selbst. Alles, was ist, darf sein, alle Wut, alle Trauer, Frust, Ärger, Stress, man muss es nicht wegleugnen. Denn erst, wenn man es anerkennt, kann auch das Licht wieder durchscheinen. Ganz nach dem Motto "Weine, solange du willst, und dann, erfinde dich neu."

Was kann uns dabei helfen, solche Situationen bewältigen und aus ihnen Gutes bauen zu können? Als allererstes Bereitschaft. Die Bereitschaft Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und den Willen, da hinaus zu finden und nicht zu warten, dass der Partner, die Politik, das Universum oder sonst irgendjemand es schon richten wird oder sogar der Meinung sein, dass die anderen es richten müssten. Zum anderen kommt das Vertrauen hinzu, das Vertrauen, dass es wieder besser werden wird. Dann können wir anfangen, in Lösungen zu denken. Wie hätten wie es denn lieber? Wo wollen wir wirklich hin? Und dann kommt natürlich die Frage "Wie kann ich es umsetzen?" Und das gelingt unter anderem durch kreatives Denken.

Kreatives Denken hilft uns, überhaupt neue Wege entdecken zu können. Doch genau da liegt auch der Hund begraben. Damit unser Gehirn kreativ denken kann, braucht es Dopamin. Jetzt ist es natürlich so, dass wir Dopamin nur ausschütten, wenn wir entspannt und freudvoll sind, was wiederum in der Krise von sich aus eher selten vorkommt. So könnte das Ganze in einer Negativ-Spirale enden. Doch jetzt kommt das Gute. Wir selbst können uns Gutes tun, selbst in der Krise, uns erlauben, ein kleines bisschen Glück zu empfinden und dadurch unsere Dopamin-Ausschüttung selbst in die Hand nehmen. Damit bekommen wir gleichmal wieder etwas Kontrolle zurück.

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie das gehen soll. Erlaube dir, mitten in der Krise, dir eine Auszeit von ihr zu gönnen, indem du zum Beispiel mit Lieblingsmenschen Kaffee trinkst (geht auch per Telefon, Skype, Zoom, oder ähnliches) Es gelingt auch, indem du dein Lieblingseis schleckst, dich massieren lässt, in der Natur spazieren gehst, Steinmännchen baust (wenn es dich glücklich macht), deinen Lieblingsfilm ansiehst, oder dich erinnerst, was du als Kind gerne gemacht hast und das mal für einen halben Tag wieder für dich entdeckst. Vielleicht denkst du, dafür habe ich doch gerade jetzt keine Zeit. Doch, gerade jetzt, denn in der heißen Suppe hängen zu bleiben, bringt dich auch nicht aus dem Topf raus (sieh dir die Frösche an), und somit würdest du viel mehr Zeit vergeuden, als dir an dieser Stelle die Auszeit zu nehmen.

Und noch eine wunderbare Nachricht. Gerade eine Auszeit in der Badewanne kurbelt deine Kreativität so richtig an. Es bringt unser Gehirn dazu neue Gedanken zu denken, weil wir dabei entspannen. Vielleicht versuchst du es mal aus. Und dann konzentriere dich mal auf das Geplätscher des Wassers, spüre, wie es deine Haut wärmt, vielleicht glitzert auch der Schaum um dich herum. Alles, was uns aus der Gedankenschleife herausholt, ist gewinnbringend, auch wenn es nur für kurze Momente ist. Nimm dein Lieblingsbadezusatz, rieche den Duft und lass dich vom Wasser treiben. Das Gleiche funktioniert auch beim Duschen, wenn du keine Möglichkeit zum Baden hast oder es auch einfach nicht magst. Dazu zwingen wäre ja auch wieder kontraproduktiv. ;-)

Und wenn du sowieso schon mit anderen Gedanken beschäftigt bist, stelle dir dein zukünftiges Ich vor, dass die Krise schon überwunden hat. Wie siehst du dann aus? Was gefällt dir dann besonders an dir? Was kannst du um dich herum wahrnehmen, was hast du erschaffen? Wie sieht dein Umfeld aus, wie fühlst du dich dann? Kannst du etwas hören? Und dann sieh, wie du dir aus der Zukunft zulächelst und dir leise ins Ohr flüsterst "Es ist so viel besser geworden, als du es dir jetzt überhaupt vorstellen kannst. Entspann dich, alles wird gut." Und dann lade dein zukünftiges Ich ein, dich zu berühren, vielleicht nimmt es dich in den Arm, während du einen tiefen Seufzer der Erleichterung loslässt, und dann tief einatmest, dein zukünftiges Ich wie in dich hineinsaugst. Und du kannst die Welt mit seinen Augen sehen, du spürst, wie dein Körper leichter wird, lockerlässt und du hörst dich selbst sagen: "Alles ist gut."

Und es könnte passieren, dass du, wenn du jetzt wieder in deiner Krise ankommst, sich irgendwas verändert hat, du wieder mehr Kraft, Energie und Zuversicht gewonnen hast und die Welt mit neuen Augen siehst.

Das ist das, was ich dir wünsche, dass du auch dann Zeiten der Entspannung und Momente des Glücks empfinden kannst und mit neuen Augen siehst.

Krise ist Chance in Spiegelschrift. :-)

Warum Ziele so wichtig sind

"Irgendwas muss anders werden."

Wie oft hören wir das von anderen oder sagen es uns selbst immer wieder. In irgendeinem Lebensbereich hakt es etwas oder auch etwas mehr, wir fühlen uns unzufrieden, ärgern uns immer wieder oder regen uns auf sonstige Art und Weise auf.

"Irgendwas muss anders werden." Das ist der Ausgangspunkt für Veränderung, doch dieser Satz alleine bringt uns nicht wirklich weiter. Manchmal vergehen Wochen, Monate, ja es können sogar Jahre sein, ohne, das sich wirklich etwas tut. Doch wieso verharren wir manchmal solange darin?

Oft liegt das Problem darin, dass wir zwar sehr gut benennen können, was wir nicht mehr wollen, doch kaum, was wir stattdessen möchten. "Ich will nicht mehr so viel Stress auf der Arbeit.", "Ich will nicht mehr so viel essen.", "Ich will nicht mehr rauchen.", "Ich will nicht ständig nur für die anderen da sein."

Es gibt so viele "Ich will nicht.", oder "Darauf habe ich echt keinen Bock mehr." Doch irgendwie fehlt uns das klare Bild im Kopf, was wir wirklich wollen, wir haben es nicht vor Augen. Wie wäre es denn, wenn du weniger Stress hättest? Wie würde es genau aussehen, sich anfühlen? Wäre es ruhiger in dir, entspannter? Welche Bilder entstehen dann, wie siehst du dich, wenn du dann in den Spiegel schaust und dich siehst? Vielleicht kannst du dich ja sogar lachen hören oder es ist angenehm still um dich herum. Und dann, was ist es, was dich genau stresst und wie müsste es sein, damit du das neue Bild von dir erleben kannst?

Warum ist das so wichtig, fragst du dich jetzt vielleicht. Unser Gehirn und Unterbewusstsein lenken uns immer genau dahin, in welche Richtung wir denken. Man kann es das Gesetz der Anziehung nennen. Der springende Punkt dabei ist, dass unser Unterbewusstsein die Worte "nicht" oder "kein" einfach nicht verwerten kann. Stell dir vor, ich stehe vor dir und sage "Denke nicht an einen rosa Elefanten." Na, welches Bild hast du jetzt im Kopf? Von einem braunen Affen? Wohl kaum. ;-)

Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie unser Inneres tickt. Und daher ist es sehr wichtig, sich vorzustellen und benennen zu können, wo man tatsächlich hin möchte. Man kann es wunderbar mit einem Navigationssystem vergleichen. Wenn du auf Reisen gehst, kann dich dein Navi auch nur lotsen, wenn du deinen Ausgangspunkt (hier die aktuelle Situation) und das gewünschte Ziel eingibst. Genauso funktioniert auch unser Gehirn.

Das Hauptproblem könnte dabei sein, dass wir meinen, gar nicht so genau zu wissen, wohin wir wirklich wollen. Und oft ist es auch so, dass unser Bewusstsein es nicht direkt begreifen kann. Doch wenn wir genau in uns hineinhören, ist unser Ziel sehr klar. Oftmals haben wir einfach verlernt, auf unsere innere Stimme zu hören. Vielleicht, weil wir meinen, dass es uns nicht zusteht oder wir Sorge haben, was die anderen von uns denken könnten. Oft liegt es auch daran, dass wir uns nicht trauen, wirklich den Schritt in die Veränderung zu wagen. "Das geht doch nicht.". Doch ich frage dich, was wäre, wenn es doch gehen würde? Wer wärst du dann?

Manchmal verstecken wir uns hinter dem Jammern, weil es erstmal einfacher erscheint. Doch unterm Strich geben wir die Verantwortung ab. So sind die anderen Schuld oder die Umstände oder unser Konto oder oder oder. Doch wenn wir den Mut haben, uns unsere Wünsche genau anzuschauen, werden wir wachsen. Nur so können wir uns entwickeln und haben überhaupt die Chance, dass es besser werden kann. Und ja, das kann anstrengend sein, es braucht Kraft und Mut, doch nichts ist anstrengender oder schmerzhafter als in der Unzufriedenheit zu stagnieren.

In welchem Bereich wünschst du dir eine Fee, die ihn für dich besser macht? Wie wäre es dann, wenn alles möglich wäre und es sich zu der besten Version für dich transformieren würde? Wie würde es sich anfühlen? Was kannst du dann sehen? Welche Geräusche nimmst du dann um dich herum wahr?

Steck dein Ziel und dann mach deine Schritte. Manchmal ist es notwendig, dass wir den großen Sprung wagen, doch manchmal können es auch kleine Minischritte sein, die dich kontinuierlich deinem Ziel näher bringen. Suche und finde das, was dich dabei unterstützen kann, auch die passenden Menschen. Mitden richtigen Weggefährten fällt es um einiges leichter. Und dann, geh los. Dein inneres Navigationssystem ist immer angeschaltet.

Ich wünsche dir eine gute Reise. :-)